David Egger wird Professor für Theorie der Funktionalen Energiematerialien
Sofja-Kovalevskaja-Preisträger erforscht Materialien für die Energiewende
2019-09-06 – Nachrichten aus dem Physik-Department
Forschung in der Arbeitsgruppe Egger
Zu einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Gesellschaft zählt es mit den Folgen der Klimaerwärmung umzugehen, die durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern seit dem Beginn der industriellen Revolution verursacht wurde. Dieses Problem wird in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, weil der weltweite Energiebedarf stetig zunimmt und die Menschheit daher neue Technologien zur Energieumwandlung und –Speicherung benötigt. Ein Schlüssel, um diese Herausforderungen aus wissenschaftlicher und technologischer Perspektive zu meistern, liegt in der Entdeckung und Entwicklung von funktionalen Energiematerialien. Heute stehen wir erst am Beginn eines neuen Zeitalters, in dem Materialien mit völlig neuartigen Zusammensetzungen zu großen Fortschritten bei der Energieumwandlung führen werden.
Die Forschung von Prof. Dr. David Egger und seiner Arbeitsgruppe ist in der theoretischen Materialwissenschaft verankert: Moderne Hochleistungscomputer helfen ihnen dabei, physikalische Effekte in funktionalen Materialien mikroskopisch zu verstehen und um damit die Eigenschaften von interessanten Systemen mit neuen Zusammensetzungen, die in effizienten Energie-Bauelementen verwendet werden können, für experimentelle Partner richtig vorherzusagen.
Bei der theoretischen Beschreibung von Energiematerialien werden in der neuen Arbeitsgruppe Techniken zur elektronischen Strukturberechnung und Moleküldynamik entwickelt und angewendet. Die Expertise liegt im Entwickeln der theoretischen Methoden und deren Implementierung in Software-Code, angetrieben von der Vision präziser mikroskopischer Vorhersagen zu neuartigen funktionalen Verbindungen.
Die Forschungsgruppe sucht dabei mit ihren Kooperationspartnern nach neuen Materialien, die direkt in der Praxis angewendet werden können: als hocheffiziente Solarzellen, molekulare Elektronik oder Akkus. Mit diesem Ziel untersucht sie ein breites Feld an unterschiedlichen Verbindungen wie hybride Molekül-Metall-Grenzflächen, Halogenid-Perowskite, organische Halbleiter, Ionen-Leiter, photokatalytische Moleküle und mehr.
Ein wichtiger Bestandteil der Forschung sind wissenschaftliche Kooperationen mit experimentellen Partnern. Bislang arbeiten David Egger und sein Team fortlaufend mit Gruppen am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel, dem Imperial College London und der National University of Singapur zusammen. Der Umzug der Gruppe an die TUM bietet ein einzigartiges Umfeld mit neuen Kooperationsmöglichkeiten vor Ort, insbesondere innerhalb des neu gestarteten Exzellenzclusters “e-conversion”.
Biografie von David Egger
David Egger hat an der TU Graz 2013 in Physik promoviert. Von 2014 bis 2017 forschte er als Postdoc am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel. Anschließend leitete er bis zuletzt eine Arbeitsgruppe an der Universität Regensburg, wo er durch den Sofja-Kovalevskaja-Preis der Humboldt-Stiftung gefördert wurde. Im Juni wechselte er mit diesem Preis an die TU München, wo er zum Rudolf-Mößbauer-Professor ernannt wurde. Für seine theoretischen Arbeiten wurde er mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.A. dem Koshland-Preis des Weizmann Instituts für Wissenschaften und dem Erwin-Schrödinger Stipendium des FWF Wissenschaftsfonds in Österreich.
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